Finito
Ende September stellt das TischleinDeckDich in Hann. Münden den Geschirrverleih ein.
Es werden keine weiteren Reservierungen mehr angenommen.
Die erfolgreichste Saison war natürlich auch die anstrengenste. Doch Arbeit und Aufwand scheue ich nicht. Was mich zu dieser Entscheidung geführt hat, war die häufig fehlende Wertschätzung (Geschirr einfach vor dem Garagentor "abgeben", sehr viele Schäden, trotz exakter Angaben alles choatisch bis unsauber abgegeben) und die Anspruchshaltung derer, die mit meiner ehrenamtlich eingesetzten Zeit und meinen Nerven gerne sehr großzügig umgegangen sind.
Der Anteil der unkomplizierten Ausleiher, denen es wirklich um Nachhaltigkeit geht, schrumpft konstant. Nur zur Erinnerung: Ich bin nicht als Partyausstattungsverleih angetreten.
Da habe ich den Wasserschaden von Anfang August als Fingerzeig genommen: Um das Geschirr in Zukunft sicher und trocken zu lagern müsste ich viel Ressource (neue Schwerlastregale), sehr viel Zeit und enorm viel Kraft investieren. Hätte ich gemacht, wenn ich eine motivierende Perspektive für die Zukunft gesehen hätte.
So werde ich aber den praktisch verpackten Geschirrbestand an Vereine, Initiativen und Privatleute spenden, die ihn weiterverwenden. Es gibt bereits mehr Anfragen als Geschirr und somit lebt die Idee, auf mehrere Schultern verteilt, weiter.
Sobald es mehr Infos gibt, pflege ich sie hier ein.
Herzlichst eure Melanie
P.S.: Danke, der vielen Nachfrage: Mir geht´s gut und das ist kein Weltuntergang. Nur eine Entscheidung, die mir eine dringend notwendige Entlastung bringt ;-)
P.P.S: Die anderen TischleinDeckDichs machen weiter und die Bewegung wird bestimmt auch weiter wachsen.
Aber bitte denkt dran:
Nur weil etwas nichts kostet, darf es nicht nichts wert sein. (Fettetypen.de)
TischleinDeckDich
Kostenloser Verleih von bunt gemixten Tellern, Tassen, Gläsern und Bestecken in großer Zahl zu diesem Zweck zusammengetragen. Eine echte Alternative zum Einweggeschirr. Für jede nur denkbare Feier und Geselligkeit.
Das TischleinDeckDich steht gut erreichbar, gut sortiert und gut verpackt in Hann. Münden im Stadtteil Blume ebenerdig zur Abholung bereit. Eine WhatsApp oder ein Mail genügen.
Unter "Kontakt" findest du, was du brauchst.
Für wen ist das TischleinDeckDich?
Na für Alle, die mehr Gäste erwarten, als Geschirr da ist. Das sind Privatleute, Vereine, (Hoch)Schulen, Firmen, Handwerksbetriebe, Gastronomen, Jung und Alt, Groß und Klein.
Wer aber auch immer das TischleinDeckDich ausleiht, muss selber spülen und auch damit leben, dass das Geschirr bunt gemixt ist und mitunter auch Gebrauchsspuren aufweist. In Zukunft wird es zwar in einigen Bereichen (Teller, Tassen) auch schlichtere Zusammenstellungen geben, aber auch in denen ist im Detail so ziemlich jedes Stück etwas unterschiedlich.
Einweggeschirr möchte ich dadurch überflüssig machen, aber ich möchte keine Konkurrenz zu eine Catering-Service sein.
Da es in der aktuellen Saison 2024 die ein oder andere "wunderliche" Anfrage gab hier noch ein paar Worte zum Nachdenken:
Das TischleinDeckDich ist ein Projekt mit dem Kern der Nachhaltigkeit. Es ist nicht nachhaltig von weit weg anzureisen, um sich 20 Teller mit Besteck auszuleihen, nur weil man die Idee gut findet und "unterstützen" möchte. Die ganze Aktion hier kostet mich reichlich Kraft, Zeit, Nerven und Mindwork. Wer sich etwas ausleihen möchte, "um es auch mal genutzt zu haben", in Wirklichkeit aber keinen ernsthaften Bedarf hat, der schone mich bitte.
Wer sich etwas ausleiht, der lese bitte unbedingt die beigefügte Bedienungsanleitung. Die formuliere und drucke ich nicht zum Spaß. Sollte der unachtsame und nicht wertschätzende Umgang mit dem Geschirr weiter zunehmen, werde ich in Zukunft nur noch gegen Pfand verleihen. Es ist NICHT zu viel verlangt, das Geschirr wieder in dem Zustand hier abzugeben, in dem es empfangen wurde.
Neu
Ein antikes Service für edle Tafeln
Runder Geburtstag, Verlobung, Weihnachten oder Hochzeit im kleinen Kreis?
Dann plan mal etwas ganz besonderes....
Wusstest du schon,
dass aktuell in Deutschland jährlich 350000 Tonnen Einweggeschirr verbraucht werden? Tendenz steigend. Und entgegen vieler Werbeversprechen gibt es kein umweltfreundliches Einweggeschirr. Die Rohstoffe und Transportwege stehen in keinem Verhältnis zu dem kurzen Nutzen. Aufgrund notwendiger Beschichtungen kann ein Großteil nicht recycelt werden und wird verbrannt oder deponiert. Auch "Bio"-Plastik ist, wenn man die Fakten nimmt, wahlweise Greenwashing und /oder Selbstbetrug.
Das Mündener TischleinDeckDich verleiht aktuell ca. 20000 Geschirrteile im Jahr. Meine Mitstreiter:innen in ganz Deutschland, mit denen ich Kontakt halte, sind auch sehr erfolgreich. Da sind es locker 100000 Teile im Jahr, die wir paar Engagierte verleihen.
Die Entstehung des TischleinDeckDichs
Vor einigen Jahren haben wir des öfteren richtig groß gefeiert. So groß, dass das Geschirr vorne und hinten nicht gereicht hat. Einweg stand aber nicht zu Diskussion (Einweg ist kein Weg!). Also habe ich im Sperrmüll der Nachbarschaft Geschirr zusammen gesammelt und in der Garage deponiert. Dann dachte ich irgendwann:" Mensch, das kann ich doch auch Freunden und Bekannten zur Nutzung anbieten." Dann kam eins zum Anderen. Das Geschirr musste in Regalen untergebracht werden, brauchte einen Staubschutz und musste gut und sicher zu transportieren sein. Als ich das im Ansatz alles so umgesetzt hatte, fehlte noch ein zündender Name. Eine Freundin hatte die Idee und entwarf auch direkt das Logo. Dann bin ich auf die Presse zugegangen und der Rest ist Geschichte.
Wie funktioniert das?
Ganz einfach und unkompliziert. Du kontaktierst mich per Mail oder WhatsApp und teilst mir mit, was du wann und in welcher Stückzahl brauchst. Was genau ich im Sortiment habe, findest du weiter unten auf der Seite. Bitte stelle deine Anfrage möglichst konkret und aussagekräftig um unnötiges hin und her texten zu vermeiden. D.h. als Liste untereinander und keine circa Angaben. Danke dafür
Tellersortiment
Es gibt für festliche Anlässe schlichte Sortimente. Aber auch dort ist so ziemlich jeder Teller im Detail anders. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie hell sind und kein Muster haben.
Bei den Kuchentellern gibt es als Besonderheit die Sortierung "Shabby Chic". Zwei mal 20 Kuchenteller in gemischt romantisch verspielt.
Gläserauswahl
Es gibt schlichte (aber uneinheitliche) Wassergläser und zwei Kisten (a 20 Stück) mit gemustertem "Senfkristall`". Aktuell insgesamt ca. 180 Stück.
Die Weingläser (gut 120 Stück) sind nicht unterteilt in Weiß- und Rotweingläser. Sie sind einfach richtig schön oldschool. Manche schlicht, einige Römer mit grünem Fuss und auch Kristall. Eine Wunschsortierung ist nicht möglich. Diese alte Aufmachung der Weingläser hat nur eine kleine Füllmenge (1/8 l). Das ist wichtig zu wissen, wenn macht plant den Wein entgeldlich auszuschenken.
Die Sektgläser (ca. 140 Stück) sind teils kurz-, teils lanstielig. Ansonsten aber einfach schlicht.
Eine große Anzahl von Wasserkelchen ist auch ausleihbar. Im Notfall auch als Sekt- oder Weinglas nutzbar.
Bestecke
Es gibt Messer(400 Stück), Gabeln(500), Esslöffel(390), Teelöffel(380) und Kuchengabeln(270) in 10er und 20er Abpackungen.
Die Besteckteile haben teilweise recht unterschiedliche Designs. Die Sortierung ist zufällig. Wer es einheitlicher möchte, kann ja ein paar mehr Besteckteile bestellen und die besonders "Anderen" nicht zum Einsatz bringen.
Kaffeepötte und Kaffeetässchen
Die Sortierung der Kaffeepötte (420 Stück) ist die wildeste in der Garage. Der Vorteil: Jede(r) findet seinen Becher wieder.
Kaffeetässchen mit Untertasse. Aktuell verfügbar 5 Taschen a 10 Tassen. Die Tassen sind schlicht (weiß bis creme, ggf mit Goldrand), aber nicht einheitlich.
Sonstiges
Stoffservietten aus alter Bettwäsche. 6 Einheiten a 10 Stück. Nach Gebrauch auf 60 oder 90 Grad waschen und bügeln.
Kleine Schraubgläschen (Durchmesser ca. 6cm, Höhe ca. 7 cm). Nutzbar für Desserts und kleine Salatportionen.
Risiken und Nebenwirkungen
...oder was noch zu beachten wäre: Geschirr ist schwer und braucht auch so dies und das an Platz. Wer also Geschirr in größerer Stückzahl abholen möchte, sollte vielleicht nicht die dänische Dogge oder den Wocheneinkauf im Kofferraum haben. Wer nur eine überschaubare Menge ausleiht und nicht weit weg wohnt, kann sich den Hackenporsche und/oder den Bollerwagen für den Transport ausleihen.
Es empfiehlt sich auch nicht das eigene Geschirr mit dem TischleinDeckDich zusammen unter seine Gäste zu bringen. Das Ganze anschließend zu trennen ist keine schöne Aufgabe. Sollte mal was kaputt gehen, so ist das kein Drama. Einfach nur Bescheid geben und ich fülle die Lücke mit Hilfe meiner Reserve wieder auf.
Spenden
Geschirrspenden nehme ich nur noch ganz bestimmte an und auch nur nach Absprache. Die Garage ist nunmal ziemlich voll.
Textilspenden in Form von Baumwollbettwäsche nehme ich nach wie vor gerne an.
Das TischleinDeckDich in Münden ist kostenlos. Wer seinen Dank mit einer Spende zum Ausdruck bringen möchte, der tue das bitte in Form von Geld. Das Geld verwende ich für meine Unkosten und was dadrüber hinaus geht, spende ich regional (Hospiz, Tierschutz,..) und überregional (Greenpeace, Campact, ...). Ich möchte weder Spirituosen, Blumen noch Schnucke.
Einweg ist kein Weg
Allein in Deutschland fallen jährlich 350.000 Tonnen Müll in Form von Einweggeschirr an. Der Nabu hat dazu alle Fakten der letzten Jahre ausführlich zusammengefasst.
https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/abfallpolitik/2018_nabu_broschuere_einweggeschirr_to-go.pdf
Meine Kurzfassung davon: Immer mehr Müll, immer mehr Greenwashing und Schönfärberei, immer mehr Selbstbetrug ("Mein eines Becherchen macht den Kohl nicht fett"), immer mehr Ignoranz ("Die in Asien sollen erst einmal anfangen!").
Warum ist nicht einfach mal jeder ehrlich mit sich und fängt bei sich selber an?
Hier einige Mantras-to-go:
-Ich werde nicht verhungern und verdursten, wenn ich mir nichts "auf die Hand" kaufe.
-Wenn es keine Mehrwegalternative gibt, dann kaufe ich es nicht.
-Es ist nicht cool vermeidbaren Müll zu produzieren.
-Ich mache es oldschool und bereite mir zu Hause Essen und Trinken für unterwegs zu.
-Ich bringe zu Veranstaltungen mein eigenes Mehrweggschirr mit (kein Scherz, ich mache das!).
-Ich schwimme gegen den Strom und kritisiere die Verwendung von Einweggeschirr.
Es gibt wirklich mehr als genug Geschirr auf der Welt und die Menschheit kam Jahrtausende ohne Einweggeschirr aus. Aber geht Bequemlichkeit heute wirklich über Alles? Ich wäre für ganz knallharte Gesetze und Verbote. Dann gäbe es ein paar Wochen ne Menge heiße Luft und Trouble und plötzlich hätten wir aber eine neue Realität und viele alternative Angebote und Lösungen. Was war das für eine Aufregung mit dem Rauchverbot in Kneipen, der Anschnallpflicht im Auto, der Einführung des Katalysators? Heute würde niemand wieder die alten Zustände zurück haben wollen. Leider sind konsequente und mutige politische Entscheidungen in Zeiten von Populismus und Polemik gepaart mit Socialmedia und Erregungs-Bots nicht zu erwarten. Folglich müssen wir selber ran.